Zum Inhalt springen
aktuelle Seite:Bewegungs- und Entwicklungs­fördernde Pflege

Sie sind hier:

Bewegungs- und Entwicklungsfördernde Pflege

Zur Pflege und Betreuung von kranken Kindern und Jugendlichen sind besondere Fähigkeiten und Kenntnisse wie die Bewegungs- und Entwicklungsfördernde Pflege für uns in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege im Christlichen Kinderhospital grundlegend.

Jedes Kind hat schon im Mutterleib sehr viele grundlegende Bewegungsfähigkeiten erworben, die es nach der Geburt weiterentwickelt. An diesen Fähigkeiten der Kinder wird in der Bewegungs - und Entwicklungsfördernden Pflege angeknüpft, um die Bewegung, Wahrnehmung und das Wohlbefinden wirksam zu fördern.

Alle Handlungen, wie Wickeln, Tragen und Füttern können als Bewegungs- und Entwicklungsfördernde Angebote gestaltet werden. Das heißt, dass das Kind so bewegt wird, dass es Eigenaktivität entwickelt und seine Fähigkeit erweitern kann. Es kann sich aktiv mitbewegen, statt passiv bewegt zu werden.

Bewegungs- und Entwicklungsfördernde Pflege beinhaltet die Umsetzung der Konzepte Basale Stimulation® in der Pflege und Kinästhetik Infant Handling. In speziellen Kursen werden unsere Mitarbeiter geschult, um Ihr Wissen und die eigene Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit zu erweitern, zu sensibilisieren und alle mit dem Patienten in Verbindung stehenden Berufsgruppen und die Eltern mit einzubeziehen. Mit sanften Händen, Ruhe, Zeit, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Zuneigung und Körperkontakt kann so jeder zur Entwicklung, Förderung und Gesundheit des Kindes und seiner Eltern beitragen. Kinder, bei denen dieses Konzept beachtet und in die Pflege und den Umgang integriert wird, sind insgesamt ruhiger und zufriedener, was eine notwendige Voraussetzung für eine gute Entwicklung ist.

Beispiele aus dem Pflegealltag

Tragen:
Kinder werden oft am ganzen Körper gestützt, oder auch „wie ein Paket“ hochgenommen. Ihre Muskelanspannung ist dadurch sehr hoch, sodass sie der Bewegung kaum folgen können oder sogar schreckhaft mit den Armen auseinander fahren.Durch Drehen von der Rückenlage in die Seitenlag kann das Baby der Bewegung entspannt folgen. Hierzu wird mit der einen Hand der Brustkorb, mit der anderen Hand der Po gestützt und das Baby mit einer Drehung angehoben.

Baden / Waschen:
Der Kopf des Babys liegt in einer Hand des Erwachsenen; die andere kann den Körper stützen. Das Baby kann sich im Wasser frei bewegen, schwimmen, es kann sich wieder schwerelos fühlen, getragen vom Wasser. Es kann sich total entspannen. Eine wahrnehmungsfördernde Ganz-körperwaschung vermittelt besonders Kindern, die in ihrer Wahrnehmung und Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt sind, ein bewusstes Körpergefühl. Körperformen werden hierbei durch umfassende, fließende Bewegungen besonders bewusst gemacht. So kann das Kind seinen Körper in seiner Gesamtheit  spüren.

Wickeln:
Statt die Beine hoch zu heben, was zu einer hohen Spannung im Bauch und im Kopf führt, drehen Sie beim Wickeln die Beine des Babys zur Seite. Mit etwas Übung klappt es, schont die Wirbelsäule des Kindes und erzeugt keine Spannung im Bauch und Kopf.

Stillen oder füttern:
Wenn man selber entspannt und beweglich sitzt, in den Schultern und in der Taille nicht verspannt, überträgt sich das positiv auf das Baby, es fällt ihm deutlich leichter zu saugen und zu schlucken. Stellen Sie sich vor, Sie wollen gemütlich essen gehen, aber es bleibt nur noch der Platz an der Theke mit einem Barhocker. Erst nach kurzer Zeit bemerken Sie, dass der Hocker keine Fußstütze hat. Das Essen können sie nicht in Ruhe genießen, da Sie ständig Halt mit den Füßen suchen, oder im Stehen essen. Das Essen liegt Ihnen noch Stunden später schwer im Magen. Ähnlich ergeht es Kindern, wenn sie sich nicht in einer bequemen Position befinden, z.B. in einem Hochstuhl ohne Fußstütze oder am Tisch mit einem Stuhl, der nicht zu Ihrer Körpergröße passt. Das Kind ist zappelig und unruhig beim Essen, entweder isst es nur wenig oder es hat anschließend auch Verdauungsprobleme.

Unser Team der Pflegeberatung

Sonja Eppler
Kinderkrankenschwester und Trainerin für Kinästhetik Infant Handling

Schwerpunkte: Praxisbegleitungen, Workshops, Elternberatung sowie Grund- und Aufbaukurse im Bereich der Pflegeberatung Kinästhetik

Melanie Hess
Kinderkrankenschwester und Praxisbegleiterin für Basale Stimulation in der Pflege

Schwerpunkte: Praxisbegleitungen, Elternberatung und Workshops im Bereich der Basalen Stimulation

Claudia Gahler
Kinderkrankenschwester und Praxisbegleiterin für Basale Stimulation in der Pflege

Schwerpunkte: Praxisbegleitungen, Elternberatung, Workshops und Basiskurse im Bereich der Basalen Stimulation

Kinästhetik Infant Handling

Der Begriff Kinästhetik wurde vor 30 Jahren von Dr. Lenny Maietta und Dr. Frank Hatch geprägt.

Durch Ihre Promotionen im Bereich der Säuglingsforschung und der Verhaltenskybernetik haben sie das Konzept entwickelt. Die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem Bereich der Bewegungslehre und der Pflege haben es zu einem ressourcenorientierten Handlungskonzept in der Pflege gemacht. Es unterteilt sich in die Bereiche

  • Kinästhetik in der Pflege: Hier steht die Bewegung des Erwachsenen im Vordergrund (z.B. die Mobilisation des Körpergewichtes, anstatt zu heben und zu tragen)
  • Infant Handling: Hier steht die Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung an erster Stelle.

Inhalte des Kinästhetik Infant Handlings

Kinästhetik Infant Handling ist ein Konzept zur Entwicklungsförderung von Frühgeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern mit Behinderungen. Dabei wird die Gesamtentwicklung des Kindes durch erreichbare soziale und sensomotorische Angebote in Alltagssituationen gefördert. Die Fähigkeit, Informationen über das Sinnessystem auszutauschen, zu erkennen und in Alltagsaktivitäten zu integrieren, setzt dabei eine hohe Anpassungsfähigkeit an das kindliche Bewegungsverhalten voraus.

In der Elternarbeit bietet Kinästhetik die Möglichkeit, die Beziehungsfähigkeit der Eltern zu ihrem Kind zu analysieren und zu unterstützen. Dabei müssen die meisten Erwachsenen die Muster der Bewegungs-entwicklung neu entdecken und lernen, diese in das eigene Bewegungsverhalten zu integrieren. Das eigene Bewegungslernen ist ein wesentlicher Inhalt dieses Konzeptes. Es ist eine bewusste Lernstrategie, um die Fähigkeit zu entwickeln, mit dem Kind über einen gemeinsamen Bewegungsprozess in Beziehung zu kommen.

Kinästhetik ist ein Konzept, das offen ist für Veränderungen, Weiterentwicklungen, Analysen und neue Ideen. Kinästhetik ist keine Technik oder Therapie mit festgelegten Handlungsabläufen, sondern ein individuelles Konzept für alle die Interesse an Bewegung haben.

Unsere Angebote

Ausgehend von dem Grundgedanken der entwicklungsfördernden Pflege bieten wir den Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, ob mit Erfahrung oder in Ausbildung befindlich, am Christlichen Kinderhospital Osnabrück folgende Möglichkeiten, sich über das Konzept zum Kinästhetik Infant Handling zu informieren, es selbst zu erfahren und zu nutzen:

  • 3-tägige Grund- und Aufbaukurse
  • Workshops
  • Praxisbegleitung und Beratung für Mitarbeiter auf den Stationen

Speziell für die Patienten und ihre Familien bieten wir im Christlichen Kinderhospital zudem eine individuelle Beratung und Begleitung der Patienten und ihrer Eltern an.

Die Grund- und Aufbaukurse in der Kinästhetik Infant Handling werden als offene Fortbildungen für Pflegekräfte angeboten.

Basale Stimulation in der Pflege

Basale Stimulation® ist ein Konzept zur Förderung der Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation, dass sich an der Befindlichkeit des Menschen orientiert. Es wurde in den 1970iger Jahren vom Sonderpädagogen und heilpädagogischen Psychologen Prof. Fröhlich entwickelt. Mit Hilfe von „Stimulationen“ erhielten schwerst- und mehrfachbehinderte Kinder so Möglichkeiten einer Persönlichkeitsförderung. Dieses Konzept wurde von der Krankenschwester und Diplompädagogin Frau Prof. Bienstein aufgegriffen und im Rahmen von Pflegefachseminaren bei Patienten mit Wahrnehmungsstörungen erfolgreich angewandt.

Inhalte der Basalen Stimulation

Die Basale Stimulation® orientiert sich an den Erfahrungen, die jeder Mensch bereits im Bauch der Mutter erlebt hat. Hierbei handelt es sich besonders um somatische (Informations-vermittlung über die Körperoberfläche), vestibuläre (Anregung von Lage- und Bewegungsempfindungen) und vibratorische (Schwingungen fühlen und erleben Wahrnehmungserfahrungen, die die Grundlage unseres Urvertrauens bilden und in jedem Menschen tief verankert sind. Es handelt sich um Fähigkeiten, sich mit dem ganzen Körper wahrzunehmen, sich zu bewegen, über die Haut zu spüren und mit den Händen und Füßen primäre Erfahrungen zu sammeln.

Im Rahmen der Basalen Stimulation® werden dem Kind gezielte Angebote gemacht, um mit sich selbst in Kontakt zu treten und seine Wahrnehmung und Entwicklung zu fördern. Die Individualität des Kindes wird hierbei berücksichtigt, seine Fähigkeiten und persönlichen Bedürfnisse erfasst, unterstützt und in die täglichen Pflegeaktivitäten mit eingebunden (z.B. beim Waschen und Baden oder bei der Nahrungsaufnahme).

Von diesen Angeboten profitieren Kinder, die in ihrer Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation beeinträchtigt sind, wie z.B. Frühgeborene, behinderte Kinder, Kinder mit Schmerzen, unruhige oder immobile Kinder.

Wodurch sich die Basal Stimulierende Pflege auszeichnet

  • Leben erhalten und Entwicklung erfahren
  • Das eigene Leben spüren    
  • Sicherheit erleben und Vertrauen aufbauen 
  • Den eigenen Rhythmus entwickeln
  • Außenwelt erfahren
  • Beziehung aufnehmen und Begegnung gestalten
  • Sinn und Bedeutung geben
  • Sein Leben gestalten
  • Autonomie und Verantwortung  

Basale Stimulation® ist keine Technik oder Methode. Sie ist ein Konzept, das offen ist für Veränderungen, Weiterentwicklungen, Analysen und neue Ideen. Sie orientiert sich an den Ressourcen des Patienten und nicht an seinen Defiziten.  

Unsere Angebote

Ausgehend von dem Grundgedanken der entwicklungsfördernden Pflege bieten wir den Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, ob mit Erfahrung oder in Ausbildung befindlich, am Christlichen Kinderhospital Osnabrück folgende Möglichkeiten, sich über das Konzept der Basalen Stimulation® zu informieren, es selbst zu erfahren und zu nutzen:

  • 3-tägige Grund- und Aufbaukurse
  • Workshops
  • Praxisbegleitung und Beratung für Mitarbeiter auf den Stationen  

Speziell für die Patienten und ihre Familien bieten wir im Christlichen Kinderhospital zudem eine individuelle Beratung und Begleitung der Patienten und ihrer Eltern an.

Die Grund- und Aufbaukurse in der Basalen Stimulation® werden als offene Fortbildungen für Pflegekräfte angeboten.

Zurück zum Seitenanfang