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Anhaltende Hitze: Tipps zum Schutz von Kindern
Die anhaltende Hitze stellt derzeit viele Familien vor Herausforderungen. Mit Blick auf das besonders heiße Wochenende appellieren wir an Eltern, Säuglinge und Kinder konsequent vor Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Bereits einfache Vorsichtsmaßnahmen können viele hitzebedingte Erkrankungen verhindern.
„Säuglinge und Kinder gehören bei Hitze zu den besonders gefährdeten Personengruppen. Ihr Körper reagiert empfindlicher auf hohe Temperaturen und Flüssigkeitsverluste als der von Erwachsenen. Viele hitzebedingte Symptome lassen sich vermeiden, wenn Eltern frühzeitig auf Warnzeichen achten und ihre Kinder konsequent vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und auf ausreichende Trinkmengen achten“, erklärt Daria Kimmeyer, Oberärztin der Kindernotaufnahme am Christlichen Kinderhospital Osnabrück.
In den vergangenen Tagen wurden in der Kindernotaufnahme bereits zahlreiche Kinder mit hitzebedingten Beschwerden behandelt. Das Spektrum reicht von Sonnenbränden und Kreislaufproblemen über Hitzeerschöpfungen bis hin zu Sonnenstichen.
Kinder reagieren besonders empfindlich auf Hitze
Kinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so effektiv regulieren wie Erwachsene. Gleichzeitig verlieren sie bei hohen Temperaturen schneller Flüssigkeit und bemerken Durst häufig erst spät. Besonders Säuglinge und Kleinkinder sind deshalb an heißen Tagen auf den Schutz und die Aufmerksamkeit ihrer Eltern angewiesen.
Sonnenbrand - bereits eine leichte Hautrötung entspricht medizinisch einer Verbrennung ersten Grades. Vor allem Säuglinge sowie Kinder mit Blasenbildung, Fieber oder Kreislaufbeschwerden sollten ärztlich untersucht werden.
Hitzeerschöpfung - zu den ersten Anzeichen gehören starker Durst, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit. Betroffene Kinder sollten sofort aus der Sonne oder Hitze gebracht werden, sich an einem kühlen Ort ausruhen und ausreichend trinken.
Sonnenstich - er entsteht durch längere direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Typische Beschwerden sind starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder ein steifer Nacken. Besonders Kleinkinder sind hiervon betroffen.
Hitzschlag - dies ist ein medizinischer Notfall. Eine Körpertemperatur von über 40 Grad Celsius, heiße und trockene Haut, Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfälle erfordern sofortiges Handeln. In diesen Fällen sollte unverzüglich der Rettungsdienst unter der 112 verständigt werden.
Mit einfachen Maßnahmen gut geschützt
Die meisten hitzebedingten Erkrankungen lassen sich vermeiden. Das Christliche Kinderhospital empfiehlt insbesondere:
- Direkte Sonne meiden, vor allem zwischen 11 und 15 Uhr.
- Säuglinge grundsätzlich nicht der direkten Sonne aussetzen.
- Regelmäßig trinken: Kindern aktiv Wasser oder ungesüßte Getränke anbieten. Voll gestillte Säuglinge sollten häufiger angelegt werden und stillende Mütter sollten ebenfalls auf ausreichende Trinkmengen achten.
- Leichte, helle Kleidung sowie ein Sonnenhut mit Nackenschutz schützen zusätzlich vor Überhitzung.
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor großzügig auftragen und regelmäßig nachcremen.
- Körperliche Anstrengungen möglichst auf die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
- Kinder niemals allein im Auto zurücklassen – auch nicht für wenige Minuten. Bereits nach kurzer Zeit können dort lebensgefährliche Temperaturen entstehen.
Erholsamer Schlaf trotz tropischer Nächte
Nicht nur tagsüber, sondern auch nachts kann die Hitze Kinder belasten. Bleiben die Temperaturen hoch, fällt vielen Säuglingen und Kindern das Ein- und Durchschlafen schwer. Damit sich der Körper über Nacht erholen kann, empfiehlt das Team der Kindernotaufnahme:
- Das Schlafzimmer möglichst kühl halten – idealerweise morgens und nachts lüften sowie tagsüber Fenster und Rollläden geschlossen halten.
- Säuglinge und Kleinkinder möglichst im kühlsten Raum der Wohnung schlafen lassen.
- Leichte Schlafkleidung wählen. Oft reicht ein dünner Schlafanzug oder bei Babys ein kurzärmliger Body.
- Für ältere Kinder genügt häufig eine dünne Sommerdecke oder ein leichtes Baumwolltuch.
- Kissen, dicke Decken und zahlreiche Kuscheltiere speichern zusätzliche Wärme und sollten – sofern sie nicht benötigt werden – aus dem Bett genommen werden.
- Auch vor dem Schlafengehen ausreichend trinken.
- Selbst im scheinbar kühlen Schwimmbad oder Planschbecken kann es zu Hitzeerschöpfungen kommen, deshalb immer auf ausreichenden Sonnenschutz achten.
Warnzeichen ernst nehmen
Eltern sollten ärztlichen Rat einholen, wenn ihr Kind unter anhaltender Müdigkeit, Schwindel, Erbrechen, starken Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden leidet. Treten Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder eine sehr hohe Körpertemperatur auf, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. "Der Sommer soll für Kinder eine unbeschwerte Zeit bleiben. Mit ausreichend Flüssigkeit, Schatten und einem guten Sonnenschutz können Familien ihre Kinder wirksam schützen. Entscheidend ist, Warnzeichen ernst zu nehmen und im Zweifel lieber einmal ärztlichen Rat einzuholen“, sagt Silke Lehmkuhl, Stationsleitung der Kindernotaufnahme.