Mai 2017

Verbrennungen bei Kindern

Es sind die schmerzhaftesten Verletzungen überhaupt: Wenn der Grill durch lebhafte Bewegungen der Kleinen umgestoßen wird, kann der kindliche Körper mit glühend heißem Metall oder Kohlen in Berührung kommen.

Oftmals ist auch die gefährlich-fahrlässige Verwendung von Brandbeschleunigern, wie z.B. Spiritus, Ursache schwerer Verbrennungen durch Verpuffung. Bleibende Narben sind oft die Folge. Das Ausmaß dieser sog. thermischen Verletzungen ist für Laien schwer einzuschätzen: Die Symptome entwickeln sich relativ langsam und lassen den tatsächlichen Schweregrad oft recht spät erkennen. Ein Kind mit akuten Verbrennungen oder Verbrühungen gehört auf schnellstmöglichen Weg ins Krankenhaus zu einem dortigen Spezialisten. Allein 2016 hat die Kinderchirurgie am Christlichen Kinderhospital Osnabrück über 60 kleine Patienten mit Verbrennungen und Verbrühungen behandelt (knapp die Hälfte stationär).

Sofortmaßnahmen
:
-      Kühlen mit Wasser (lauwarm bis leicht kalt, bis der Schmerz nachlässt; am besten durch die 
       Kleidung, um keine Zeit zu verlieren; dann Kleidung vorsichtig entfernen).
-      KEINE „Hausmittel“ (z.B. Eis, Eisspray, Mehl, Öle, Salben, Puder oder Ähnliches) verwenden.
-      Wunden abdecken mit sauberem, fusselfreiem und (falls vorhanden) sterilem Tuch.
-      Kind warmhalten (z.B. per Decke).
-      Dann auf direktestem Weg ins Krankenhaus.
-      Nach Möglichkeit bereits Schmerzmittel geben (z.B. Ibuprofen).

Damit solche Verletzungen erst gar nicht entstehen, ist es unerlässlich, dass der Grill mit dafür vorgesehenen Utensilien entzündet wird, während des Grillens unablässig von einem Erwachsenen gesichert wird bis zum Abkühlen; Kohlen unbedingt mit Wasser vollständig ablöschen.

Zur besseren Verständlichkeit hat Paulinchen e.V. (Elterninitiative für brandverletzte Kinder; http://www.paulinchen.de) zu diesem Thema einen Kurzfilm produziert.